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Quecksilber in Lebensmitteln

Da liegt Quecksilber auf meinem Teller! Keine schöne Vorstellung, aber Realität: Tatsächlich enthalten die meisten Nahrungsmittel einen Anteil des giftigen Schwermetalls. Bei manchen Speisen sollte man aufpassen.

Quecksilber auf einem Teller - so viel wie hier kommt zwar nie in einer Mahlzeit zusammen. Jedoch können selbst geringe Mengen schädlich sein.
Quecksilber auf einem Teller - so viel wie hier kommt zwar nie in einer Mahlzeit zusammen. Jedoch können selbst geringe Mengen schädlich sein.

Woher kommt das Quecksilber in der Nahrung?

Elementares Quecksilber wird zum Beispiel beim Abbau von Gold und Silber freigesetzt. Auch ist es Bestandteil verschiedener Alltagsgegenstände, zum Beispiel von Batterien und Leuchtstofflampen. Weiterhin ist es in Zahnfüllungen und Pharmazeutika zu finden. Das meiste Quecksilber wird aber bei der Verbrennung von Kohle freigesetzt. Es gelangt zunächst in die Atmosphäre und lagert sich nach etwa einem Jahr auf der Erde ab, wo es von Bakterien zum leicht löslichen Methyl-Quecksilber umgewandelt wird. Dieses sammelt sich in der Erde und im Wasser an, wo es von Pflanzen und Tieren aufgenommen wird. Je weiter oben ein Lebewesen in der Nahrungskette steht, desto mehr Quecksilber reichert sich in ihm an. Raubfische wie Hai und Thunfisch tragen daher besonders große Mengen des Schwermetalls in sich.

Quecksilber auf dem Teller - warum ist das ein Problem?

Das mit der Nahrung aufgenommene Quecksilber ist giftig. Einmal vom Körper aufgenommen zerstört es Gewebe, wobei insbesondere das Nervensystem, die Nieren und das Herz-Kreislauf-System betroffen sind. Eine Quecksilbervergiftung äußert sich in vielfältigen Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Nierenversagen und kann irreperable Schäden nach sich ziehen.

Quecksilber ist auch deshalb so problematisch, weil es sowohl die Blut-Hirn-Schranke als auch die Plazentaschranke passiert. Es kann also den Fötus im Mutterleib schädigen. Schlimmstenfalls wird dabei das zentrale Nervensystem des Ungeborenen angegriffen, was später zu neurologischen Auffälligkeiten führt, die zum Beispiel das Sprechen und das Gehen betreffen. Auch Lähmungen können eine Folge sein. Außerdem wird Quecksilber wird über die Muttermilch weitergegeben, weshalb neben werdenden Mütter auch Stillende auf stark belastete Lebensmittel verzichten sollten.

Übrigens: Lebensgefährlich ist das Quecksilber, das wir mit unserer Nahrung aufnehmen, nicht. Dafür sind die enthaltenen Mengen zu gering. Enorme Verseuchungen von Nahrungsmitteln können allerdings schon zu lebensbedrohlichen Mengen führen. So hat im japanischen Minamata in den 1950er Jahren ein Konzern große Mengen an Quecksilber ins Meer abgelassen. Es reicherte sich im Trinkwasser, in Algen und Fischen an und gelangte so in die Nahrungskette der Menschen. Diese Verseuchung forderte neben 17000 Schwergeschädigten etwa 3000 Todesopfer. Die chronische Quecksilbervergiftung nennt man seitdem auch Minamata-Krankheit.

 

Wie viel Quecksilber verträgt der Mensch?

Die empfohlenen Dosen (TWI - Tolerable weekly intake, also tolerable wöchentliche Dosis, manchmal auch heruntergebrochen auf die tägliche Dosis) werden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ausgesprochen und in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder nach unten korrigiert. Momentan empfiehlt die Behörde nicht mehr als 1,6 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht in einer Woche zu sich zu nehmen. Schwangere sollten noch weniger zu sich nehmen, weil die Langzeitfolgen für das Ungeborene unklar sind. Auch Frauen, die stillen, sowie Kinder sollten sich beim Verzehr von stark kontaminierten Speisen zurückhalten.

Schaubild: Quecksilbergehalt Thunfisch, Tintenfisch, Lachs, Muscheltiere, Wild, Steinpilze, Schokolade, Mohrrüben, Weizenkörner, Sahnejoghurt, sowie tolerable Tagesdosis

Wie stark sind einzelne Lebensmittel belastet?

Da viele Faktoren eine Rolle spielen, schwankt der Quecksilbergehalt einzelner Lebensmittel. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Obst, Gemüse, Getreide und Pilze eher wenig belastet sind. Das Gleiche gilt für Milchprodukte sowie Fleisch. In vielen Fischen und Meeresfrüchten sammelt sich Quecksilber leichter an. Extrem hohe Konzentrationen finden sich in Schwertfisch, Hai und Buttermakrele. Sie alle enthalten über 50 Mikrogramm je 100 Gramm, der Hai sogar rund 90 Mikrogramm. Es gibt aber auch Fische, die hinsichtlich des Quecksilbers unbedenklich sind. Dazu gehören Lachs, Dorsch und Forelle mit bis zu etwa 5 Mikrogramm Quecksilber je 100 Gramm.

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